Montag, 17. Juni 2013

Demeter Hofgemeinschaft Grummersort - Hoffest am 16.06.2013 - Eindrücke




Am Sonntag, dem 16.06.2013 besuchten meine Freundin und ich, sowie hunderte andere interessierte Menschen, die Hofgemeinschaft Grummersort, gelegen bei Hude (zwischen Oldenburg und Bremen), um dort einen herrlichen Nachmittag zu verbringen. Die Gemeinschaft richtete ihr alljährliches Sommerfest aus, welches in diesem Jahr unter dem Motto "Ver-Wandlung" stand.

Auf dem 56 Hektar umfassenden Hofgelände, auf welchem fünf Familien leben und arbeiten, wird seit 1979 biologisch-dynamische Landwirtschaft betrieben. 23 Hektar des Geländes werden für Ackerbau genutzt, 33 Hektar sind Grünland. Auf dem Hof gibt es eine Käserei, eine Bäckerei, viele Tiere und viel Platz für den Anbau von gesundem Gemüse.

Der Hof wird, wie bereits erwähnt, biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise versteht den Erdorganismus als physische Grundlage des Menschen und allen Lebens und möchte ihn daher achten und entsprechend respektvoll behandeln. Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise versteht sich daher als ganzheitliches Konzept, in welchem nicht nur physische und irdische Aspekte, sondern alle Facetten des Lebendigen auf Erden, also auch geistigen Kräfte und deren Einfluss auf das Leben, berücksichtigt werden. Die Erde darf nicht erschöpfend ausgenutzt werden und sie soll auch nicht sich selbst überlassen werden, wie es in der konventionellen und zum Teil auch in der ökologischen Landwirtschaft leider der Fall ist, sondern sie soll förderlich geformt und erhalten werden. Erforderlich für unsere Welt und unser Zusammenleben ist die Schaffung einer Kulturlandschaft, die vielfältig ausgestaltet und somit fruchtbar ist. Das Ziel des Demeterbetriebes Grummersort, sowie aller anderen Demeterbetriebe ist es, in der Erde unter Beachtung von Fruchtfolgen, Kompostierung und Zuführung von Pflanzenpräparaten, welche die besonderen Heilkräfte der Erde anregen, eine dauerhafte Bodenfruchtbarkeit zu schaffen und zu erhalten. Innerhalb eines Hoforganismus können Erde, Pflanze, Tier und Mensch ausgleichend zusammenwirken und bilden eine Lebensgemeinschaft, die sich als harmonisierend und heilend erweist.
  
"Der Hof in Grummersort wurde 1987 dem gemeinnützigen Verein "Hof Grummersort Landbau und Pädagogik e.V." übertragen. Dadurch konnte die Verantwortung für dieses "Stückchen Erde" auf eine größere ideelle Basis gestellt werden. Der Verein verpachtet den Hof an die Hofgemeinschaft, welche die Bewirtschaftung der Flächen übernimmt. Beide arbeiten eng zusammen, um die gemeinnützigen Ziele des Vereins, insbesondere den biologisch-dynamischen Landbau sowie die soziale und pädagogische Arbeit, zu entwickeln."

Das Sommerfest wird seit den Achtziger Jahren gefeiert und zieht viele Familien aber auch viele junge Menschen an. Nicht nur, wer sich für Anthroposophie oder biologische Nahrungsmittel interessiert ist auf dem Sommerfest herzlich willkommen, sondern jeder Mensch, der einen erholsamen und informativen, allem voran einen praktischen und aktiven Nachmittag, mit netten Gesprächen und tollem Essen verbringen möchte. Auf dem Gelände gibt es jedes Jahr vielfältige Mitmachaktionen für Jung und Alt. Ob man nun Spielzeug herstellen, Getreide selber mahlen, sich als Schmied betätigen, Fladenbrote oder Kräutersalz zubereiten, Filzen, Töpfern oder Seile herstellen möchte, für jedermann wird etwas geboten. 

Durch viele kleine Hinweise und Aktionen wird den Kindern spielerisch Wissen vermittelt und das Thema der stetigen Verwandlung der Lebewesen wird anschaulich dargestellt. Margret (Zimmermann), die sich größtenteils um die Gärtnerei kümmert und die anderen Mitglieder der Hofgemeinschaft haben langjährige Erfahrung im vermitteln von Wissen an die Kinder.  "Wir merken, dass viele Kinder kaum noch Zugang dazu haben, wie zum Beispiel eine Kartoffel wächst" wird sie vom Weser-Kurier zitiert. 

Ich persönlich war von der großen Resonanz des Hoffestes sehr positiv überrascht und angetan. Obwohl ich bereits seit einem dreiviertel Jahr in Hude wohne und den Hof gut kenne, habe ich nicht erwartet, solch einen Andrang von Menschen vorzufinden. Wo man oft in der Welt viel Dunkel und Leid, viel Missmut und Unfriede sieht, so zeigt sich einem hier tatsächlich und in praktischer Umsetzung die allmählich stattfindende Verwandlung der Welt, der Gemeinschaft der Menschheit, weg von einer reinen Tausch- und Handelsgesellschaft hin zu einer Gemeinschaft. Die inneren Werte, die das Zusammenleben eines solchen Hofs prägen, wurden beim Sommerfest anschaulich nach Außen getragen und eben durch praktische Hinweise und bildhaften Ausdruck deutlich gemacht.

In Zeiten, in denen, wie es auch der Weser-Kurier erwähnt, die Fleischpreise bei den Discountern weiter gesenkt werden sollen, schildert Margret Zimmermann in deutlichen und wahren Worten, dass das Fleisch sehr viel teurer sein muss, damit es wenigstens in würdigem Rahmen für Mensch und Tier produziert werden kann. Die Verbraucher müssen endlich aufwachen und billig produzierte Ware nicht mehr nachfragen. Sei es nun beim Kauf von Fleisch oder Lebensmitteln im Allgemeinen, die Geiz ist Geil Philosophie muss sich wandeln in eine Geist ist Geil Philosophie. Man muss wieder lernen, Produkte richtig wertzuschätzen. Hier wird auch die Macht der Verbraucher überdeutlich, denn in der Hand des Endkonsumenten liegt es, welche Produktionsverfahren und welche Erzeugnisse am Markt bestehen. 

Zu dieser "Boykott-Methode" möchte ich an dieser Stelle anhand eines Ausschnitts, auf einen sehr guten, lustigen und wegweisenden Film aufmerksam machen: "Der Grüne Planet"

Grundvorraussetzung für eine solche Boykott-Methode ist natürlich, dass die Bevölkerung umfassend und unzensiert informiert wird, was bekanntlich leider nicht ausreichend der Fall ist. Wir sollen Zwangsabgaben für Medien bezahlen, die uns über wichtige Themen wie Fussball und Frauentausch informieren, die aber verschweigen, welche wirklich fortschrittlichen und nützlichen Errungenschaften die geistige und körperliche Arbeit der Menschen vollbringt. Da stimmt doch etwas nicht...

Meine Freundin und ich, sowie viele andere haben jedenfalls einen tollen Nachmittag auf dem Hof verbracht, haben qualitativ hochwertige, vegetarische Lebensmittel zu uns nehmen dürfen und haben wunderbare Begegnungen erleben und fruchtbare Gespräche führen dürfen. Sehr begeistert zeigte sich meine Freundin von Herrn Manfred Stock, der nicht nur mit seinem Vortrag, zusammen mit Herrn Casselius, über die biologisch-dynamischen Präparate begeisterte, sondern durch sein enormes Wissen in vielen Themenbereichen überzeugen konnte. Dabei verriet er nicht nur Tricks, wie er als zugelassener Prüfer für die Biozertifizierung herausbekommt, ob es Hofbesitzer ernst meinen mit der Umstellung auf ökologischen Landbau, oder ob sie ihre Gifte nur verstecken, sondern er zeigte auch Weit- und Übersicht in unterdrückten und falsch dargestellten oder zensierten Themengebieten, wie dem Syrienkonflikt, den Bilderbergertreffen, der Kinder- und Jugenderziehung, der Temperamentenlehre, der Gentechmafia rund um Monsanto, BASF und Bayer oder in Fragen der richtigen zeitlichen und örtlichen Aussaat von Saatgut und der Züchtung von Pflanzen. 

Ich möchte dem gesamten Hofteam, vorallem aber Margret für die Einladung, Marcel fürs herumführen und Manfred für die tolle Unterhaltung und den damit vollkommen gelungenen und schönen Nachmittag danken, auf dem ich viele Inspirationen sammeln durfte und auch tolle Literatur erwerben konnte. :)

An solchen Tagen wird mir wieder bewusst, in welch einer zukunftsweisenden und unersetzbaren Branche ich tätig bin und mit welch tollen Menschen ich in Resonanz treten darf. Ich freue mich auf einen baldigen Besuch am Hof und auf ein Wiedersehen mit den Beteiligten, sowie auf ein Kennenlernen aller, die ich noch nicht persönlich kenne.


Nun noch ein paar Bilder vom Nachmittag.

Hier ein Hinweis auf die Notwendigkeit eines intakten, lebendigen Bodens:



  Ein (mein) Bodenlebewesen bei der Arbeit ;)



Ode an den Regenwurm:




Kleine Collage zu den biologisch-dynamischen Präperaten:



So rührt man Hornkiesel an (als Zutat kommt hier Bergkristallpulver ins Fass):



Der Bergkristall und Bergkristallpulver:




Reges Treiben auf dem Hofgelände:







Auch Stecklinge zum mitnehmen waren reichlich vorhanden. Wer möchte schon gespritzten Salat, wenn er frischen, nahrhaften Salat haben kann?


Hier wird das Korn zum Mehl:


Eine Blume in der Hand meiner Blume:


reichlich Tomaten:



und Paprika:



und Gurken:




 Die Hofkäserei:

Das Treiben auf dem Mittelaltermarkt. Mittelaltermarkt?


Man könnte es jedenfalls denken....


Die wunderschöne Blume des Lebens:


und andere Kunstwerke:


Die Schweine freuten sich über Streicheleinheiten, die Kinder freuten sich über die Schweine ...


... und über die Kühe ... nur die Kuh unten freute sich nicht über mich und lief weg, als ich sie etwas kuscheln wollte ... :(


... das gleiche bei den Ziegen ...


... der Bock bockte ... weil er angebunden war ...



Der Kräutergarten:


Mein Chillout-Ernte-Mobil:


Wer erkennt die Lauchzwiebel?




Auf Nachfrage, welchen Namen diese tollen Fladenbrote denn tragen, bekam ich die Antwort: "Eigentlich keinen." - Hier sehen wir also das berühmte Eigentlich-Keinen-Brot.


LEBENS-MITTE-L:







Ein Präparat... was mag es wohl sein? War es mal Kuhdung? ;)



Unsere Zukunft beim Spielen: